Wer in der Nähe nach einem Handwerker, einer Praxis oder einem Lädchen sucht, landet selten zuerst auf einer Website. Zuerst kommt der Eintrag in der Google-Suche und in Maps. Genau dort entscheidet sich, ob jemand anruft, den Weg sucht oder weiterscrollt.
Das Google Unternehmensprofil ist deshalb für lokale Betriebe oft der wichtigste Kontaktpunkt überhaupt. Dieser Leitfaden geht die 13 Bausteine durch, mit denen du dein Profil vollständig machst, und zeigt, in welcher Reihenfolge sich der Aufwand lohnt.
Warum ein gepflegtes Profil zählt
Das Profil erscheint in der Suche, in Maps und in lokalen Ergebnissen, ohne dass jemand deine Website öffnen muss. Laut Google gab es 2025 allein in den USA monatlich über 2,5 Milliarden direkte Kontakte für mehr als 19,5 Millionen Unternehmen, also Anrufe, Wegbeschreibungen, Nachrichten und Buchungen.
Die Zahlen dahinter sind eindeutig. Laut Google wirken vollständige Profile 2,7 Mal so seriös und steigern die Besuchswahrscheinlichkeit um 70 Prozent. Kaufabsichten steigen laut Google bei vollständigem Profil um 50 Prozent. Die Werte stammen aus der Hilfe zum Google Unternehmensprofil.
Bausteine 1 bis 4, das Fundament
Ohne diese vier Angaben bringt jede weitere Maßnahme wenig. Sie erscheinen prominent und werden zuerst gelesen.
- Geschäftsinformationen. Name, Adresse und Kontaktdaten überall identisch halten, also auch auf der Website und in Verzeichnissen
- Kategorie. Eine Primärkategorie beschreibt das Kerngeschäft, bis zu neun Sekundärkategorien ergänzen weitere Leistungen (Edit your Business Profile (Google Business Profile Hilfe))
- Beschreibung. Bis zu 750 Zeichen für das, was den Betrieb ausmacht, in der Sprache deiner Kunden
- Öffnungszeiten. Reguläre Zeiten, Sonderzeiten und Feiertage pflegen, damit niemand vor verschlossener Tür steht
Bei der Kategorie machen viele denselben Fehler und wählen zu viele. Google formuliert in den Richtlinien für die Darstellung von Unternehmen eine einfache Regel. Eine Kategorie beschreibt, was dein Unternehmen ist, nicht was es hat. Zum Bearbeiten dieser Angaben muss das Profil verifiziert sein.

Bausteine 5 bis 7, besonders für Dienstleister
Wer zum Kunden fährt statt umgekehrt, braucht drei zusätzliche Angaben.
Servicegebiet. Es zeigt Google und Kunden, wo du tätig bist. Bis zu 20 Gebiete sind möglich. Halte die Grenze bei etwa zwei Stunden Fahrzeit vom Standort, sonst verwässert das Signal (Manage your service areas for service-area & hybrid businesses). Für Betriebe ohne Ladengeschäft ist diese Angabe die wichtigste überhaupt.
Leistungsliste. Lege deine Services mit Beschreibung und Preis an und sortiere sie in Kategorien. Preise und Telefonnummern gehören nicht in den Namen einer Leistung, sondern in die dafür vorgesehenen Felder.
Attribute. Merkmale wie barrierefrei, WLAN oder Außenbereich erscheinen direkt in Suche und Maps und beantworten Fragen, bevor jemand anruft. Was Barrierefreiheit auf der eigenen Website bedeutet, steht in Barrierefreies Webdesign.
Bausteine 8 und 9, Fotos und Beiträge
Hier liegt der schnellste Hebel.
Google nennt in der Hilfe zu Fotos und Videos klare Vorgaben. Bilder als JPG oder PNG zwischen 10 KB und 5 MB, empfohlen sind 720 mal 720 Pixel. Videos höchstens 30 Sekunden und maximal 75 MB (Manage photos and videos for your Business Profile). Nach dem Upload dauert die Prüfung meist 24 bis 48 Stunden.
Google Posts sind der zweite Teil. Empfehlenswert ist mindestens ein Beitrag pro Woche, mit Bild, Datum und den Begriffen, unter denen dich Kunden suchen. Nutze alle drei Beitragstypen, also Neuigkeiten, Angebote und Veranstaltungen.
- Außenansicht, damit Kunden den Eingang wiedererkennen
- Innenansicht und Arbeitsplatz
- Team, weil Gesichter Vertrauen schaffen
- Arbeitsergebnisse und typische Projekte
- Logo und Titelbild als feste Elemente

Bausteine 10 bis 13, Kontakt und Vertrauen
Der letzte Block sorgt dafür, dass aus Sichtbarkeit ein Gespräch wird.
Bewertungen. Laut Rio SEO lesen 75 Prozent vor einer Kaufentscheidung mindestens vier Bewertungen. Antworte deshalb auf positive wie negative Rezensionen. QR-Codes fürs Bewerten lassen sich direkt im Profil erstellen und vor Ort auslegen (Create a Google link or QR code to request reviews). Was du dabei datenschutzrechtlich beachten solltest, steht in Datenschutzkonformität bei Webseiten.
Chat per WhatsApp und SMS. Der frühere Google-Chat endete im Juli 2024. Aktiviere den Kanal nur, wenn ihn auch jemand zuverlässig betreut.
Social Links. Facebook, Instagram, X und YouTube lassen sich verknüpfen.
Termine und Buchungen. Über zugelassene Buchungspartner erscheint ein Button direkt im Profil. Wie du diesen Weg auf der eigenen Seite kurz hältst, zeigt Conversion Optimierung für Landingpages.
Profil sichern und verwalten
Ein gepflegtes Profil nützt wenig, wenn niemand mehr an die Zugänge kommt.
- Verifizierung. Google weist die Methode automatisch nach Kategorie zu, die Prüfung dauert bis zu fünf Werktage (Verify your business on Google)
- Profil beanspruchen. Bestehende Einträge lassen sich anfordern, etwa wenn noch eine frühere Agentur als Inhaber eingetragen ist
- Mehrere Manager. Lege früh mindestens zwei Personen mit Zugriff an und prüfe die Liste einmal im Jahr
- Problemfälle. Für gesperrte Profile, Duplikate, gehackte Konten und gemeldete Fake-Bewertungen gibt es eigene Anträge
Was du monatlich im Blick behältst
Im Bereich Leistung zeigt Google, was Nutzer in deinem Profil tatsächlich getan haben. Die Übersicht der Leistungskennzahlen im Unternehmensprofil listet Aufrufe in Suche und Maps, die Suchbegriffe, Anrufe, Wegbeschreibungen, Nachrichten, Buchungen und Klicks auf den Websitelink. Den Zeitraum wählst du selbst.
Für die monatliche Kontrolle reichen drei Fragen.
- Über welchen Weg kommen die Kontakte, also Anruf, Nachricht oder Website
- Welche Suchbegriffe führen zum Profil, und fehlt einer davon in deiner Leistungsliste
- Wie viele Wegbeschreibungen gab es im Vergleich zum Vormonat
Trag diese Werte in eine einfache Tabelle ein. Nach einem halben Jahr erkennst du daran, ob Fotos, Beiträge und Bewertungen wirken, ohne dass du ein zusätzliches Werkzeug brauchst. Suchbegriffe, die häufig auftauchen und auf deiner Website fehlen, sind außerdem gute Kandidaten für den nächsten Beitrag. Wie du solche Themen einsortierst, zeigt der Marketing Funnel für deine Website.
Die häufigsten Fehler
- Zu viele Kategorien, dadurch wird das Kerngeschäft unscharf
- Adresse oder Schreibweise weicht von der Website ab
- Feiertage nicht gepflegt, Kunden stehen vor verschlossener Tür
- Fotos aus dem Gründungsjahr, seitdem nichts Neues
- Bewertungen bleiben unbeantwortet, gerade die kritischen
- Nur eine Person hat Zugang, und die ist nicht mehr im Betrieb
Wie optimiere ich mein Google Unternehmensprofil?
Zuerst verifizierst du das Profil und setzt Name, Kategorie, Beschreibung und Öffnungszeiten vollständig. Danach ergänzt du Fotos, Leistungen und wöchentliche Beiträge und aktivierst zuletzt Chat, Buchungen und Bewertungen.
- Fundament prüfen. Profil verifizieren, dann Name, Kategorie, Beschreibung und Öffnungszeiten vollständig setzen
- Sichtbarkeit aufbauen. Fotos hochladen, Leistungen mit Preisen anlegen und wöchentlich einen Beitrag veröffentlichen
- Kontakt aktivieren. Chat und Buchungslink einrichten, Bewertungen einsammeln und konsequent beantworten
Für Schritt eins und zwei reicht ein Vormittag. Schritt drei ist Routine und gehört in den Kalender, sonst schläft er nach zwei Wochen ein.